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Falzgummi und hilfreiche Tipps

Nach langer Zeit geht es endlich detailliert weiter. Nachdem wir HIER geklärt haben was Falzgummi eigentlich ist, unter welche Namen es läuft und welche Arten es gibt, werden wir nun an´s Eingemachte gehen.

Hier klären wir nun:

  • welche Stiche verwenden wir?
  • welche Einstellungen sind nötig?
  • außer Einfassen – welche Techniken können noch genutzt werden?
  • so mache aufkommenden Probleme werden geklärt

Nachdem wir jetzt seit Jahren hauptsächlich Falzgummi verkaufen, kennen wir so manche Hürden unserer Kunden. Hoffentlich sind diese nach diesem Beitrag bewältigt. Wenn nicht, schreibt uns ein Kommentar – gerne auch hier unter dem Beitrag ♥

Zu aller erst… etwas Text muss sein. Nicht nur Nähmaschinen können mit Autos verglichen werden, sondern der ganze Nähbereich. Für´s bessere Verständnis: Wir alle haben unterschiedliche Autos (Nähmaschinen). Manche haben einen PS starken Porsche, andere fahren in einem abgespeckten Dacia umher. Manche können gut bei Eis und Glätte fahren, andere sind eher Sonntagsfahrer. Der Geländewagen fährt super Off-Road mit Allradantrieb (evtl. dank IDT), mit dem Kleinwagen sollte man das eher sein lassen. 

Wieso rede ich so einen Stuss?

Weil ein Dacia-Fahrer evtl. danach fragt wie man gut den Berg hochkommt. Dann antwortet der Porsche-Fahrer das sei doch ganz einfach! Selbes wenn ihr in Gruppen oder sonstwo nachfragt „welche Einstellungen nehmt ihr bei Falzgummi?“ 

Ja Mensch! Welcher Berg? Möchtet ihr durch die Alpen (eher so ein Body einfassen) oder den 300m hohen „Hügel“ hoch (T-Shirt für Erwachsene)? Habt ihr einen Ford aus den 80er oder ein ganz neues Porsche Modell zu Hause? Je nachdem was ihr wollt und was ihr fahrt, könnt ihr so rein gar nichts mit Aussagen zu Einstellungen anderer Fahrer anfangen. Das ist totaler Humbuk. Was wir jetzt machen können, ist euch zu zeigen wie ihr euer Auto nutzt und was überhaupt möglich ist. 

Die Realität ist Fakt!

Ohne genügend PS kommt ihr nur mit Ach und Krach das Gebirge hoch. Je steiler der Berg (Dehnung), umso schwieriger wird es mit leistungsschwächeren Autos. Ganz Pfiffige machen das aber mit Tricks und Durchhaltevermögen wieder wett. Auch diese schaffen es (selbst ein alter Bully kann über die Alpen). Man kann aber nicht genau dasselbe erwarten, bei unterschiedlicher Ausgangslage. 

Deswegen: Lernt eure Maschine kennen.

Wisst wo ihr schalten könnt. Denkt immer an die Verschleißteile und die Wartung. Auch das Öl sollte nachgefüllt werden, sowie mal ab und zu doch neue Reifen (Nadeln) her. Ggf. solltet ihr nach einer Off-Road-Tour (doppellagige Jacke aus Kuschel-Fleece) das Auto mal reinigen. Ein 80er-Jahre Motor ist schon lange gelaufen und hat komplett andere Einstellungen als der Wagen aus der Tageszulassung. Die Modelle sind sogar so Eigen, dass sie unterschiedliches Benzin benötigen (Garn). DESWEGEN…! DIY! Ran an die Maschine und macht euch einmal die Arbeit (ggf. auch wenn wieder TÜV war) und stellt EURE Maschine, nach EUREN Möglichkeiten ein. Anhaltspunkte kann man geben, aber nicht 1-zu-1 genau garantieren. Das ist einfach unmöglich. 

So. Habe ich jetzt allen den Wind aus den Segeln genommen? Es tut mir leid, aber wir schaffen das! 

die NAHT

Die Naht…also die Fahrweise, sollte schon den Umständen entsprechend ausgewählt werden. Nachdem ihr gute Reifen habt (STRETCH Nadel – ich nehme die von Schmetz), diese nicht abgefahren sind und ihr entsprechendes Benzin geladen habt (Polyester Nähgarn), erkläre ich Euch die möglichen Fahrweisen um den Berg hoch zu kommen. (by the way: manche Garn-Marken sind sehr straff, andere sehr fusselig. Sollte eure Naht einfach immer (gefühlt) reißen, kann ein Markenwechsel ganz gut sein)

Ich gebe euch dazu MEINE Einstellungen. Da jedes Auto anders ist, kann es sein, dass ihr ganz woanders landet. Auch die Frage OB und WIE ihr es einstellen könnt, ist abhängig vom Modell. Dies müsst ihr selber aus der Anleitung zu der Maschine herauslesen. Solltet ihr etwas NICHT einstellen können, ist das kein Beinbruch. 

Was ihr geladen habt (Jersey oder dickeren Sweat) ist vorerst gar nicht so wichtig und es gibt einen Spielraum, der Ansichtssache ist. Solange ihr EINE Einstellung für Euch gefunden habt, kommt ihr damit schon sehr weit.

3-facher Zick-Zack-Stich (geteilt)

Der Zusatz hier: GETEILT ist wichtig! Bitte nehmt nicht den „dicken“, dreifachen ZickZackStich. Mit dieser Fahrweise ist einfach alles möglich! Richtig geschaltet, kommt ihr damit wirklich jeden Berg hoch. Keine Naht wird reißen. 

Manko:

  • bei manchen Motiv-Falzgummis sieht es dämlich aus
  • Sollten Fehlstiche entstehen, ist es schwerer genau die Naht zu treffen, beim Ausbessern

Vorteil:

  • sehr dehnbar Etwa 60-70% dehnbar. Eigentlich stoppt dann eher der Stoff und nicht das Gummi oder die Naht.
  • einfacher das Band gleichmäßig zu führen

MEINE Einstellungen: 

  • Druck: 5,5 bis 6
  • Spannung: 2,8 bis 3,2 (4,6 ist mein Standart, den die Maschine vorgibt –  da sieht man wie weit das abweicht)
  • Länge: 7 (im Endeffekt 5mm)
  • Breite: 3,5

Zick-Zack-Stich

Auch Klasse! Hält richtig eingestellt alles aus. Der einzige Unterschied zum dreifachen: der 3-fache ist etwas sicherer. Aber ob Unterwäsche und ein dickerer Poppes oder eine große Kinder-Ömme… der Zick-Zack-Stich macht es mit.

Manko:

  • bei manchen Motiv-Falzgummis sieht es dämlich aus
  • Sollten Fehlstiche entstehen, ist es schwerer genau die Naht zu treffen, beim Ausbessern.

Vorteil:

  • sehr dehnbar. Etwa 60% dehnbar. 
  • einfacher das Band gleichmäßig zu führen

MEINE Einstellungen: 

  • Druck: 5,5 bis 6
  • Spannung: 2,8 bis 3,2 (4,6 ist mein Standart, den die Maschine vorgibt –  da sieht man wie weit das abweicht)
  • Länge: 6 (im Endeffekt 4,5mm)
  • Breite: 3

Geradestich

Hübsch und simpel. Macht die meisten Touren mit, jedoch nicht für komplizierte Strecken geeignet und auch nicht unbedingt für unsichere Fahranfänger.

Manko:

  • nicht ganz so dehnbar – ca 30%, somit nicht unbedingt geeignet für Unterwäsche (Tops wären ok) oder Kinder-Oberteile. Alles andere ist, richtig eingestellt, vollkommen in Ordnung.
  • Nicht ganz so einfach die andere Seite zu treffen (je nach Falzgummiart).

Vorteil:

  • Bei eventuellen Ausbesserungen, kann man leichter genau die Naht treffen.
  • Reicht für die meisten Arbeiten vollkommen aus.
  • macht kein Motiv „kaputt“.

MEINE Einstellungen: 

  • Druck: 5,5 bis 6
  • Spannung: 4,4 bis 4,8 (ganz anders als die Zick-Zack-Stiche)
  • Länge: 4,5

die EINSTELLUNGEN

SPANNUNG

Wichtig für die Dehnbarkeit. Ihr könnt ansich Oberfaden (manche auch den Unterfaden) justieren. Dies ist maschinenabhängig.

Außer beim Geradstich, ist es bei mir immer nötig, die Spannung kräftig runter zu drehen! Denkt bitte auch bei Euch immer dran.

Einen guten Beitrag zum Thema Fadenspannung gibt es HIER- von dots-designs.de

Die Spannung muss wirklich nicht 1A perfekt sein. Mit gleichfarbigem Garn und „die richtige Richtung“ reicht es vollkommen aus. Gerade bei einem Zick-Zack-Stich lässt es sich kaum vermeiden, dass man ein bisschen des gegenüberliegenden Garns sieht.

Habt aber immer im Hinterkopf: Die Grundeinstellung der Maschinen ist so ziemlich immer zu fest eingestellt. Ihr möchtet dehnen und ein Gummi annähen. Also gebt dem Faden mehr Spielraum!.

Bei mehr Ladung (dickerer Stoff) solltet ihr lockerer einstellen.

LÄNGE

Genauso wichtig für die Dehnbarkeit. Dies spielt eng zusammen mit der Spannung. Zum besseren Verständnis: ihr möchtet einen Berg hochfahren. Im 4. Gang könnt ihr wunderbar auf gerader Strecke fahren. Aber den Berg hoch? Dafür müsst ihr den richtigen Gang nehmen.

Zu kurz und die Naht wird zu fest und ist nicht mehr dehnbar.

Zu lang und die Naht ist auch nicht dehnbar und wird reißen.

Auf gerader Strecke (ohne Dehnung und Kurven) sieht das Stichbild evtl. ganz gut aus. Aber bedenkt, ihr fahrt hoch. Ich habt Dehnung und Kurven. Umso mehr Dehnung ihr habt, umso kürzer wird euer Stich – egal wie lang dieser am Anfang war. Auch euer Automodell spielt hier eine Rolle. Ihr braucht etwas Kraft, damit ihr gleichmäßig hochfahren könnt.

Probiert es aus. Unbedingt mit dem eigenen Auto! Und nicht nur gerade Strecken, sondern auch die Steigung am Berg. Ihr kommt nicht drumherum. Aber die Arbeit lohnt sich.

DRUCK

Der Druck ist stark verbunden mit der Stichlänge und wichtig für die Geichmäßigkeit. Ohne entsprechenden Nähfußdruck, stimmt eure Stichlänge nicht.

Weiter unten seht ihr Beispiele.

Zu schwach – sieht auf Gerader Strecke ok aus aber beim Anfahren am Berg wird das nichts.

Zu stark – ihr könnt die Spur nicht halten. Wie von Zauberhand verzieht sich Stoff und Gummi. Die Naht wird ungleichmäßig und die Dehnung komplett falsch.

An den meisten Maschinen kann dies eingestellt werden. Schaut in euer Handbuch oder befragt das Internet, wenn ihr es nicht wisst. Manche Fahrer haben NIE darüber nachgedacht. Aber so werdet ihr selten, sauber den Berg  hochkommen. Sollte es bei euch nicht zum einstellen gehen, dann müsst ihr die Länge entsprechend einstellen und könnt ggf. auch nicht jede Falzgummiart nutzen oder jedes Projekt schön umsetzen.

Befasst Euch mit den möglichen Einstellungen am Fahrwerk!

VerwendungsARTEN

Mit Falzgummi muss man nicht zwingen „falzen“! Je nach Wunschobjekt, Gummiart und -breite könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen. Welchen Stich ihr verwendet ist Euch überlassen.

Einfassen

Hier gibt es nicht viel zu sagen… das klassische Einfassen mit Falzgummi eben.

Einlagig – Version 1

Ihr möchtet nicht falten oder wollt das Motiv nicht durch umklappen „zerstören“? Dann näht doch einfach EINLAGIG!

Welchen Stich dafür ihr nehmt ist Euch überlassen und projektabhängig. Rechts auf rechts annähen, umklappen und absteppen.

Einlagig – Version 2

Kein Falten, kein Gefummel und das Muster bleibt erhalten.

Diesmal direkt rechts auf den Stoff genäht. Und ggf. überstehenden Stoff auf der linken Seite, kann man einfach vorsichtig zurückschneiden.

Auch perfekt für Leggings oder Bauchbund an Unterwäsche.

linke Stoffseite

links: Version 2
rechts: Version 1

Doppelt – Version 1

Gefaltet, aber nicht eingefasst! Quasi wie ein Bündchen.

Gefaltet, rechts auf rechts aufnähen, umklappen, absteppen.

Doppelt – Version 2

Auch hier gefaltet aber nicht eingefasst. Direkt auf die rechte Stoffseite aufnähen. Evtl überstehenden Stoff auf der linken Seite kann man zurück schneiden.

linke Stoffseite

Paspel – Version 1

Hier hat sich die elastische Paspel reingeschummelt.

Aber auch damit ist es möglich elastische Abschlüsse zu machen.

Hier wieder: rechts auf rechts angenäht, umgeklappt, abgesteppt.

Paspel – Version 2

Selbes Spiel. Auf die rechte Stoffseite direkt genäht und evtl. überstehenden Stoff auf der linken Seite zurück geschnitten.

linke Stoffseite

FEHLER UND PROBLEME

Hier besteht wohl Euer größtes Interesse. Welche Fehler können entstehen und wie verhindert man diese?

Wer sein Auto gepflegt hat und korrekt eingestellt, dem werden die meisten Fehler nicht mehr unterlaufen. Ich betone nochmal: ihr müsst mit eurer Maschine fahren lernen! Um Teststrecken kommt ihr nicht herum. Aber dies macht ihr einmal richtig und schreibt es euch bestenfalls gleich auf. 

Spannung

Zuviel oder zu wenig ist beides schlecht.

zuviel: Naht kann reißen und verschwindet im Stoff. Unregelmäßiges Stichbild bei Dehnung.

zu wenig: Fehlstiche können kommen, Schlaufen sich bilden, Garn steht ab.

Wiederholung:

  • Bei Zickzack nehme ich ca 2,8 (4,6 wäre meine Standarteinstellung der Maschine)
  • Bei Geradstich etwa 4,6

Spannung auf 1

Auf gerader Stecke kaum ein „Fehler“ zu sehen. Bei einer Bergtour (Dehnung) werdet ihr aber schnell den Unterschied merken.

Nicht so gut sichtbar aber hier kommt der Unterfaden hoch.

Spannung auf 6

Der orangene Oberfaden ist rechts sichtbar.

Bei Dehnung wird die Naht ungleichmäßig und verzieht sich.

DRUCK

Der Druck beeinflusst eure Bandführung, Dehnung und die saubere Naht.

zu hoch: Das Band rutsch hin und her. Eine gerade Naht war unmöglich. Die Dehnung ist falsch. Das Stichbild zu eng und unsauber. (Neben falscher Dehnung, ist dies ein sehr häufiger Fehler)

zu niedrig: Band und Stoff werden nicht korrekt gedehnt. Da könnt ihr machen was ihr wollt. Der Zug stimmt einfach nicht.

Wiederholung:

  • Etwa 5,5 nehme ich (6,5 wäre Standarteinstellung meiner Maschine)

Druck auf 1

Hier auf der Geraden geht es optisch noch. Mit Dehnung wäre das Nahtbild unsauber und kein korrekter Zug entsteht.

Druck auf 9

Band und Stoff werden „zu fest gehalten“. Eine gerade Führung ist schier unmöglich und das Stichbild total scheps.

Länge

Die Länge entscheidet auch darüber, ob eure Naht reißen könnte oder nicht.

Wenn ihr Probefahrt, UNBEDINGT auch mit Dehnung üben. Es macht einen großen Unterschied ob man dehnt oder nicht.

Eure eingestellte Länge ist somit immer höher, als das Endergebnis am Kleidungsstück. Wer es nicht weiß: die Stichlänge sind Millimeter. Somit könnt ihr dies leicht kontrollieren und nachmessen ob es hinkommt oder nicht.

Wenn es auf der Geraden schon nicht der Einstellung entspricht, dann dreht noch etwas am Druck.

zu lang: Naht kann reißen und ist nicht 100% elastisch.

zu kurz: keine Elastizität. Optisch ein Graus.

Wiederholung:

  • bei ZickZack 6-7
  • bei Gerade 4,5

viel zu kurz

zu kurze Stiche nehmen Elastizität raus (und sehen komisch aus)

Naht nicht gleichmäßig

Neben Fußdruck und die Dehnung, spielt auch das Anfahren am Berg eine Rolle.

Wenn ihr mitten auf der Bergstrecke anhalten müsst (was sehr oft vorkommt) dann fahrt ihr bestenfalls nicht einfach so weiter. Nein, ihr benutzt eure Handbremse.

Dies kann man wortwörtlich nehmen. Denn eure Handbremse ist in dem Fall eure (meist) linke Hand, die das schon genähte Bandstück hinten festhält.

Wenn ihr mitten drin stoppt, fährt euer Fuß hoch (Nadel steckt IMMER im Stoff!) und die Spannung ist weg. Gerade bei ZickZack bemerkt man das. Bevor ihr jetzt wieder anfahrt, zieht ihr sehr leicht hinten. So dass das Band wieder an der alten Stelle liegt und leicht gedehnt wurde. Fuß runter, Druck ist wieder da. Ihr könnt die Handbremse loslassen und weiterfahren.

Suchbild…

In diesem Foto sind 4 Fehler versteckt 😉

Ok, 4x hatte ich in der Dehnung angehalten und der Fuß war oben. Somit war es beim wieder anfahren am Berg etwas zurück versetzt. Optisch nicht schön. (Praktisch egal)

falsche DEHNUNG

Übung! Die allermeisten werden es wissen, es kommt trotzdem gerne vor.

NUR das Band wird gedehnt!

Ja aber, wie stark?!?

DAS ist ein individuelles Thema. Definitiv kann man aber sagen: WENIGER ALS IHR DENKT! Und auch nicht immer gleichmäßig.

Beispiele:

  • Schlüppi Beinausschnitt – 3cm weniger
  • Schlüppi Bauch – 4-5cm weniger

Ernsthaft! Stellt euch 3cm vor. Das ist sehr wenig. Aber so zwickt nichts, ist dehnbar und liegt sauber an.

STOFF gedehnt

das Band macht einen Bogen nach innen. Je nach Stoff / Band / Naht klappt diese sich auch nach außen.

BAND zuviel gedehnt

Je nachdem wieviel PS (Druck) eure Maschine jetzt hatte ist euer Stichbild unsauber, der Stoff wellt sich und alles biegt sich nach innen. Zuviel nach innen.

BEIDES gedehnt

Auch ein Klassiker. Hauptsächlich daran zu erkennen, dass sich das Band umklappt. Irgendwie sieht es fast richtig aus, aber das Band „lommelt“ so rum und liegt nicht schön an.

Abschluss ist versetzt

Tut mir leid… auftrennen. Neu machen. Machbar.

Tipps:

  • vorher mit wenigen Stichen, rechts auf rechts kurz am Band festnähen. Danach erst die Naht schließen
  • Bei Overlock. Nicht das Messer benutzen. Schneidet den Stoff selber vorher sauber, gerade ab.
  • Bei Overlock. Lasst die Maschine wirklich die Arbeit machen. Hebt den Fuß hoch. Legt das Stück kurz vor den Nadeln ab und Fuß wieder runter. So ist der Druck gleichmäßig und das Stück wird sauber ohne verschieben geführt.

nicht bündig

Diese und div. andere Tipps zeige ich Euch gerne. Aber nicht heute. Das nähme sonst Überhand.

bündig und verriegelt

Stoff nicht eingefasst

Kommt bei den besten Fahrern mal vor. Ist aber wirklich kein Beinbruch.

Auch hier gilt für Euch: auftrennen, Stoff reinschubsen (mithilfe einer Nadel evtl), neu machen (verriegeln nicht vergessen)

Ja, es mag nerven. Aber die neue Naht ist schneller gemacht, als das wir uns die Zeit nehmen uns darüber aufzuregen.

Es ist schwer, bei einem Zick-Zack-Stich genau auf die alte Naht zu treffen. Aber da wir ja meistens farblich passendes Garn nehmen, fällt das keinem dann auf.

freches Loch

aber halb so schlimm!

  • auftrennen. Klappt sogar gut beim 3-fachen ZickZackStich.
  • ca 1cm vor und nach dem Loch auftrennen
  • Fäden abschneiden
  • Stoff reinschieben. Sollte es eine gedehnte Stelle sein, müsst ihr natürlich das Band dehnen.
  • Direkt auf der bestehenden Naht ansetzen – ein paar Stiche vor der aufgetrennten Stelle – und nähen.
  • (erinnert ihr Euch noch an die Handbremse? Die evtl. auch gebrauchen)
  • Verriegeln nicht vergessen an beiden Seiten!

Naht trifft nicht

Oben sieht es meist gut aus. Unten wurde evtl zu weit innen oder auch mal gar nicht getroffen.

Das ist ÜBUNGSSACHE. 

Hilfreich ist natürlich ein guter Nähfußdruck und das ist maschinenabhängig.

ABER: Manche Falzgummi Arten machen das von alleine (GRANNY und SPITZE) und andere lassen sich sehr leicht, genau umklappen (JACQUARD, RIPPE) mit etwas Abstand folgen MOTIV Falzgummis – vorzugsweise die Breiten.

Naht von links

(Teststück – hier ist auch die Spannung falsch)

der ANFANG

Wenn ihr einen Berg mit Steigung anfahren wollt, macht ihr dies ja selten direkt davor. Dann würgt Euch gerne mal der Motor ab (Schlaufen zB)

Am Besten klappt es mit Anlauf. Schneidet euer Wunschband nicht genau nach Stofflänge ab. Lasst immer etwas überstehen, was ihr mit den Fingern hinten greifen könnt (Handbremse) Ganz am Anfang könnt ihr auch dezent die Fäden festhalten.

Die ersten Stiche sind NICHT im Stoff, sondern ein paar cm davor im Band. Dann habt ihr auch Spielraum etwas auszugleichen. ZB. die Stelle der Naht, oder die Länge.

Genauer werde ich dies im „Schlüppi“ Tutorial noch umsetzen. Aber…nicht hier und nicht heute.

Handbremse…

immer erst im Band anfangen – ohne Stoff

Für Anfänger geeignet

Nicht jedes Band ist gleich. Manche sind dicker, andere dünner. Manche haben einen starken Falz (oder sind schon gefaltet), andere weniger.

Fangt mit den einfachen Dingen an. Der Unterschied ist enorm ♥

Meine Fahrtheorie… wieder „etwas“ Text

Jeder hat seine eigene Fahrweise. Persönlich glaube ich wirklich – warum viele das „Gefummel“ hassen oder das Band rausrutscht – weil ihr absteckt (bzw. zuviel).

Fatal! Jeder professionelle Fahrlehrer haut mich jetzt im Geiste.

ABER: Jeden den ich frage, und der gut mit Falzgummi umgehen kann, steckt nicht ab. Jeder mit „Problemen und Krämpfen“ steckt ab. (Geleistete Fahrstunden sind natürlich zu beachten – auch hier gibt es Unterschiede)

Bei allem Respekt. Aber ich kenne gelernte Schneider, die Falzgummi hassen und es nicht gut hinbekommen – obwohl sie möchten.

Evtl. sollte man das abstecken mal sein lassen.

Wie wir nun wissen: es muss gar nicht viel gedehnt werden! Bei zuviel Dehnung sieht es blöde aus und reißt sogar eher. Bleibt entspannt. Habt Mut. Da wir nicht extrem dehnen, muss auch nicht zwingend gesteckt werden.

Wir haben Finger. Und die machen die Arbeit.

Sich den Anfang / Ende oder die Mitte zu markieren ist hilfreich. Diese ggf. mit Clipsen am Stoff anbringen. Alles Andere dazwischen behindert einen eher. 

Mein Ablauf:

  • Stofflänge messen (zB Armloch) und das Falzgummi mit ca 5cm mehr zuschneiden
  • Mitte am Band markieren (mit Stift, Nadel oder Clips)
  • Wer es ganz artig mag, markiert sich auch die Stofflänge. Wo fängt es an, wo hört es auf. An beiden Enden stehen mindestens 2-3cm ab
  • Maschine einstellen, Nadel auf „versenken“ einstellen, sollte das eure Maschine können.
  • Band drunter (ohne Stoff), paar cm nähen ohne Zug, ggf. Naht justieren, evtl. die Fäden festhalten hinten, damit es keinen Fadensalat gibt.
  • Liegt das Band gut unterm Fuß und ein paar Stiche sind getan, Fuß hoch, Stoff rein, paar Stiche nähen, bis die Nadel auch im Stoff und Band ist, anhalten, Fuß hoch. Erst jetzt geht es los!
  • Falzgummi aufklappen, Stoff bis zum Falz reinlegen und jetzt das Band dehnen…oder auch nicht… je nachdem wie ihr es wünscht. Band drüberklappen und mit den praktischen Fingern zuklappen.
  • Nur meine Finger halten das Band, keine Stecknadel. Nichts. Wenn ich bis zu meiner „Festhalte-Stelle“ angelangt bin, wird gestoppt und das ganze fängt von vorne an.

Das mag sich dubios anhören…aber es geht wesentlich schneller und einfacher als mit Stecknadeln und Clipse.

Extra Füße?

Je nach Fahrwerk und Können, ist es leichter oder mal schwieriger. 

Letztendlich nehme ich nur noch die „normalen“ Füße. Hier gibt es die meisten Freiheiten und das Handling ist besser. Diese Füße (obere Reihe) haben tolle Markierungen. Während dem Nähen, schaue ich NICHT auf die Nadel, sondern nur auf diese rote Linie. 

Untere Reihe… Paspelfuß, natürlich nützlich bei dem Annähen mit der Paspel. Ein Kantenfuß, ich nenne ihn Absteppfuß 😉 Denn die Unterseite ist  extra dafür versetzt und gleicht Unebenheiten aus. Blindstichfuß. Wahnsinn! Aber der einzige Sinn, ist die rote Begrenzung. Diese hilft das Band an korrekter Stelle zu halten. 

Ich empfehle wirklich nur die „normalen“ Füße. Alles andere ist eher Spielerei. 

Saumhilfen können evtl benutzt werden, wenn die Breite stimmt. Und Einfasshilfen natürlich auch. Hier gibt es X verschiedene Versionen (meistens NICHT für elastische Bänder gedacht, deswegen manchmal nervig im Umgang)

Persönlich gebe ich bei den Maschinen, der „normalen“ sogar den Vorzug vor der Covermaschine. Meine Babylock hat soviel Dampf, dass es schwer ist, das Band gerade zu führen. 


Generelle Tipps (und Zusammenfassung):

Abgesehen von oben genanntem, kenne ich noch ein paar Fragen Eurerseits.

  • Gummi darf nicht in der Breite gekürzt werden. Zerschneidet auch nicht mit einer Overlock das Gummi! 
  • Beim Einfassen immer ⇒ erst einfassen, dann die Seiten schließen. Es wird KEIN Ring vorher genäht. 
  • IMMER die Nadel versenkt lassen.
  • weniger ist mehr – ihr dehnt oft viel zu viel
  • Für Elastizität brauchen wir Faden. Also gebt mehr Spielraum und macht die Spannung lockerer
  • nur das Band wird gedehnt
  • nicht überall wird gleichmäßig gedehnt. zB.: an Trägertops wird im Schulterbereich nicht gedehnt – oder auch T-Shirts. Dafür aber im Nacken und am Dekolleté. Bei Schlüppis…euer Po hat eine Rundung, am hinteren Stück wird eigentlich gar nicht gedehnt, dafür ca 2-3 cm am vorderen Beinausschnitt. 
  • ihr MÜSST EURE Maschine einstellen und ein paar Meter fahren. Am Berg. Hoch. Ihr habt die Technik. Also benutzt sie! Ihr könnt nicht dieselben Einstellungen nehmen, wie wenn ihr gerade Jerseystrecken zusammennäht. 
  • nehmt zuerst „einfachere“ Bänder. Mit ausgeprägterem Falz oder schon gefaltet

Nicht alles geklärt…?

Ich weiß. Gerade Übergänge wolltet ihr wissen und Abschlüsse genauer. Dies sind aber wieder ein paar Fotos mehr. Zudem habt ihr hiermit wieder eine Menge Lesematerial bekommen. 

Was eine schiefe Naht betrifft… dies ist Übung und kann nicht abgenommen werden. Maximal nochmal genauer zeigen, wie ich es handhabe und mehr Füße auspacken. 

Gerissene Nähte sollten hiermit definitiv geklärt sein.

Alles weitere, wie Schlüppi und Tops. Oder auch mal ganz andere Verwendungszwecke werden folgen. 

Hinterlasst gerne ein Kommentar. Für neuen Input oder auch andere Fragen. Sicherlich interessiert dies auch andere.

All About... Falzgummi Teil 1

 
 

Kennenlern-Angebot

Ab sofort bis einschließlich dem 27.01. gilt das Angebot.

Kaufe 3 – bekomme 1 kostenlos 

Egal welches Falzgummi ihr kauft, ab 3 Stück, bekommt ihr ein vorgefaltetes Falzgummi kostenlos dazu. Also GRANNY oder SPITZE.

Denkt dran dies, nach jedem 3. bezahlten Stück auch mit in den Korb zu legen.

Dies geschieht automatisch im Warenkorb. Es kann sein dass sich die Rabattanzeige etwas verschluckt und doppelt erscheint – da der Mengenrabatt auch noch gewertet wird – die Preise sind letztendlich aber korrekt angezeigt.

zu den Falzgummis

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