Tutorial – Mit Falzgummi einfassen

Nach langer Zeit geht es endlich weiter. Im ersten Teil habe ich euch die Grundlagen zum Falzgummi beschrieben. 

Klick > Was ist das eigentlich und was kann es?

Nun geht es darum, WIE nähe ich ein Falzgummi an? Die Fotos hierfür liegen schon ewig rum aber ich war unglücklich damit. Etwas blöd ausgewählt: weißer Stoff auf weißem Hintergrund. Auch habe ich selber zwei Fehler gemacht. 

Aber eigentlich ist das genau richtig so! 😉 Damit kann ich euch besser beschreiben, was bei welchem Fehler passiert. 

"Viele Wege führen nach Rom" - hier wird nur einer gezeigt. 

Ich nähe mithilfe von einem extra Fuß. Genauso gut kann das auch ohne extra Zubehör funktionieren, bedarf nur etwas mehr Übung und Geduld. Weitere Fotos und kleine Tipps, wie ihr den Fuß nutzt, findet ihr HIER

Ich habe mit der Zeit Fragen von Euch gesammelt und hoffe einige beantworten zu können. 

  • Wieso ist der  Ausschnitt zu weit?
  • Das Band ist wellig
  • Der Stoff rafft sich zu stark
  • wie stark muss ich wo dehnen?
  • Wie macht man einen schönen Abschluss?
  • was mache ich bei Nahtübergängen?
  • welchen Stich verwende ich wann und wo?

Da ich Euch ein ewiges scrollen ersparen wollte, habe ich diese Variante gewählt.

(Stimm gar nicht. Das ist nun meine 2 Lösung. Die erste hat bei der Hälfte die Fotobeschreibungen verschluckt. Blöde Technik!)

Am Handy einfach nach links schieben. Am PC/Laptop mit den Pfeilen oder Punkten verschieben. 

Die "Lupita" von Milchmonster eignet sich hervorragend zum Einfassen. Eigentlich ein Jerseykleid, ich verschmäler gerne die A-Linie und habe ein Tanktop.

Das E-Book "das für untendrunter" von muckelie beinhaltet verschiedene Versionen und ist schnell genäht.

(möchte trotzden anmerken "schnell genäht" heißt nicht "einfach". Gerade für Anfänger ist eine Panty manchmal nicht leicht. Man denkt gerne, so kleine Teilchen sind super einfach. Aber man muss sehr auf die Nähte und Dehnung achten, ansonsten wird man damit nicht glücklich.  Das ist hier wichtiger als bei Tops, Shirts und Kleidern. Übung, Übung, Übung...!) 

Nochmal der Fragebogen: 

  • Wieso ist der Ausschnitt zu weit?

Es wurde der Stoff mitgedehnt (meistens der Fall) oder das Gummi gar nicht an entsprechenden Stellen gedehnt. 

  • Das Band ist wellig

Die Stichlänge ist zu eng oder die Fadenspannung zu hoch

  • Der Stoff rafft sich zu stark

Das Falzgummi wurde zu stark gedehnt

  • wie stark muss ich wo dehnen?

Ich gebe keine genauen cm-Angaben, nur Richtungen. An Trägern wird auf der geraden Linie nicht gedehnt, nur in Rundungen, wie Achsel, Nacken und Dekolleté. In einem fließenden Übergang und nicht von 0 auf 100. Eher weniger dehnen, als zuviel. Bei einem Höschen wird ansich nur die Rundung am Po gedehnt. Etwa 2-4 cm weniger als die Stofflänge. Selbes gilt für die ganze Öffnung am Bauch.

  • Wie macht man einen schönen Abschluss?

Ein Falzgummi ist kein Bündchen und wird nicht vorher zum Ring geschlossen. Es bleib vorher immer eine Seite offen, danach wird die überstehende Kante sauber abgeschnitten, mit wenigen Stichen fixiert und dann erst richtig geschlossen. Danach wird die NZ nach hinten gelegt und festgesteppt. 

  • was mache ich bei Nahtübergängen?

Man kann nicht in einem Zug, ohne Veränderungen, über einen Nahtübergang - dann trifft die Naht nicht wirklich das Falzgummi.

Man muss anhalten, die Nahtstelle verschieben, langsam drüber nähen und danach wieder zurückstellen. Wer ohne extra Fuß näht, macht dasselbe. 

  • welchen Stich verwende ich wann und wo?

Ein Geradstich, etwa 2,5 Länge, bei Kleidungsstücken die nicht extrem viel Dehnung aushalten müssen. Bei Höschen und auch Kinderkleidung, wie Halsausschnitte wird ein dreifach geteilter Zick-Zack-Stich gewählt. Etwa 3,5 Länge. Der normale Zick-Zack-Stich ist auch in Ordnung. Der dreifache Zick-Zack-Stich ist ein anderer und wird bitte nicht genommen. Keine 3 Zacken übereinander machen! Wenn das gewünschte Band mit Motiv ist, kann man sehr wohl dennoch den Geradstich nehmen, wenn aber sehr viel Zug auf das Band kommt, kann es reißen. Was aber schon ein starker Zug sein muss, damit das passiert.

Jede Maschine ist anders eingestellt, jeder benutzt anderes Garn. Am Besten testet ihr selber an kleinen Stücken die Nähte und zieht mal kräftig daran, dann erkennt ihr den Unterschied und könnt selber entscheiden, welchen ihr am Besten empfindet. 

Gerade beim Zick-Zack-Stich sollte man etwas die Fadenspannung lockerer machen und wer den Fußdruck einstellen kann, sollte dies anpassen. Ansonsten wellt es sich. Es lohnt sich wirklich Teststücke anzufertigen, danach ist man umso schneller und routinierter. 

Wer dies nun selber ausprobieren möchte, kann sich in 7 Kategorien und knapp 200 Falzgummis zur Auswahl bei uns im Shop austoben. 

Den Nähfuß findet ihr auch im Shop. Sowie einen niedrigen Schaft (zB für Pfaff) um den Fuß und ähnliche anbringen zu können.

Weitere Beispiele, um zu sehen was ihr so mit einem Falzgummi anstellen könnt, findet ihr unter DESIGNBEISPIELE.

 

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