Tutorial – Schrägband Nähfuß

Durch Zufall entdeckt und ich liebe es 😉

Ich besitze zwar eine Cover, mit der man ganz schick Schrägband und Falzgummi annähen kann, jedoch bin ich zu inkompetent um geradeaus zu nähen…

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Für meine Maschine gibt es hier auch keinen extra Fuß.

Nun kam ich auf den Trichter meine normale Haushaltsnähmaschine zu nutzen und habe für mich und Euch diesen Fuß organisiert.

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Dieser passt an den meisten Maschinen. Eine unvollständige Liste besitze ich, wäre aber zu lang um alle hier durchzugehen. Am Besten ihr nehmt einen vorhandenen, passenden Fuß eurer Maschine und messt den Stab aus, der zum einklicken vorhanden ist. Dieser muss 6 mm breit sein, dann  könnt ihr den genialen Fuß benutzen.

Der Fuß ist zum gerade annähen von Schrägbändern (doppelt, wie einfach gefaltet) und Falzgummis/Einfassbänder – ob elastisch oder nicht.

Zudem ist der in der Breite einstellbar. Bedeutet das fertig angenähte Band kann zwischen 5mm und 20mm breit sein.

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Es gibt zwei Verstellmöglichkeiten an diesem Fuß.

Einmal eine Schraube um das ganze Kunstoffstück zu verstellen (obere Schraube). Dies benötigt ihr um die Nadelposition festzulegen. Ich nähe mit einem 3-fachen (elastischen Geradstich) und kann an meiner computergesteuerten Maschine die Nadelposition während dem Nähen verstellen. Ich brauche diese Schraube somit nicht einzustellen, dies erledigt meine Maschine.

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In meinem Fall ehöhe oder verringer ich die Breite des Geradstichs und meine Nadel wandert weiter nach innen oder außen. Wer dies nicht steuern kann, muss mit dieser Schraube eine Einstellung finden. Wenn ihr hier verschiebt, verstellt sich das gefaltete Band nach links, bzw rechts.

Die zweite Schraube ist für die individuelle Breite des Bandes (gefaltet/angenäht). Richtung W drehen – verbreitert, Richtung N drehen – verschmälert.
Info: Nicht alle lieferbaren Füße haben diese Kennzeichnung von W&N, was dem Nutzen aber keinen Abbruch tut.

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Ihr legt das gewünschte Band in die Führungen und dreht am Rad bis es passend ist.

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WICHTIG: Bei elastischen Bändern schmaler drehen, als das Band ansich ist. Ihr wollt das Band gedehnt haben, somit wird es länger und eben schmaler. Das Band darf nicht locker drin liegen, sondern muss etwas „gequetscht“ werden. Nur mit leichtem Zug, sollte es sich vor und zurück bewegen können. Im Groben… 1mm schmaler. Wenn das Band auseinandergefaltet 20mm und gefaltet 10mm ist, solltet ihr die Stellschraube etwa bis auf 9mm drehen.

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Ich nehme, wie gesagt, den 3-fachen Geradstich, nähe ein paar cm, bis das Band von dem Transporter mitgenommen wird und passe die genaue Nadelposition mithilfe der Breiteneinstellung an. Ihr könnt bei diesem tollen Fuß wirklich mutig bis ganz an den Rand. Wer sich nicht traut, stellt eben einen ticken weiter nach innen.

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Nun wird der Stoff in die Führung zwischen das Band gelegt. Das kann ziemlich nervig bei Jersey sein und bei schlechter Laune funktioniert es erst Recht nicht 😉
Erst nach dem Fotos machen, kam ich auf die Idee mit einer Nadel den Stoff reinzulegen – funktioniert 1A. Nehmt euch eine Stecknadel und schiebt damit den Stoff in die Führung. Näht soweit das Band, bis der Stoff wenige Stiche mitgenäht wurde.

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Nun geht´s um die Dehnung. Ich habe nun viel damit genäht und gemerkt dass ich sehr wenig manuell mit der Hand noch ziehen muss. Da das Band schon enger gespannt im Fuß liegt, dehnt es sich automatisch etwas. Bei Armöffnungen oder Beinausschnitten würde ich je nach Geschmack gar nicht mehr extra dehnen. Dies müsstet ihr aber selber austesten, ob euch so die Dehnung ausreicht.

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Bei Halsöffnungen oder am Bauch dehne ich mit.

Hier müsst ihr nur auf eine Sache achten.

Das Kunststoffstück mit Führung zeigt etwas nach oben. In dieser Richtung müsst ihr das Band etwas hochhalten und nicht nach unten ziehen. Wenn ihr nach unten zieht, kann es passieren das der Stoff rausrutscht und eure Nadelposition, bzw. das Band ganz woanders endet als gewünscht.

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Viel mitführen müsst ihr eigentlich nicht. Mit der linken Hand das Stoffstück etwas mitführen und mit der rechten Hand das Band. Ich selber lege es direkt in das Band und halte etwa alle 10cm Falzgummi mit Stoff fest.

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Zweite Schwierigkeit (außer den Stoff einführen) sind Nahtübergänge.

Diese müsst ihr ganz platt drücken/bügeln. Ich halte vor solchen Stellen an und nähe ganz langsam um zu kontrollieren ob die Übergangsnaht auch in die Führung gelangt. Wenn sie dick ist, staut es sich und wird nicht eingeführt. Ggf. mit Handrad und wieder mit Hilfe der Stecknadel das Stück „reinschubsen“ 😉 Wenn es im Kunststoffstück erstmal liegt, kann nicht viel schief gehen.

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Für Menschen mit der Möglichkeit die Nadelposition während dem Nähen zu verstellen, rate ich direkt bei Nahtübergängen die Position ein winziges Stück nach innen zu verstellen.

Ganz einfacher Grund: Euer Stoffstück ist dicker und somit braucht ihr mehr Band um das zu umschließen. Wenn ihr die ganze Zeit das Gummi direkt am Rand annäht und dann so eine Nahtübergangsstelle kommt, wird die Nadel nicht mehr das Gummi treffen. Das heißt zB bei einem Schlüpper halte ich 2x die Maschine an (beim Zwickel) und verstelle die Nadelposition. Direkt nach den Übergängen stelle ich wieder zurück. Bei einer Comuptermaschine ist das nur 2x Tasten drücken.

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Wer dies NICHT kann, sollte von Anfang an die Nadelposition nicht zu knapp am Rand führen.

Wer dem Ganzen sowieso noch nicht traut kann auch einfach einen Zick-Zack-Stich wählen, denn dies kann man auch mit diesem herrlichen Fuß machen.

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Wie der Kreis geschlossen wird, habe ich glatt nicht mitfotografiert, denn dies war für mich eine alltägliche Übung.

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Ich werde die Fotos nochmal an einem neuen Stück machen und dann auch dies erläutern.

Ansich könnt ihr auch das Falzgummi/Schrägband in gewünschter Länge abschneiden, zu einem Ring schließen und gleich im Kreis nähen. Hier natürlich am Nahtübergang genauso verfahren wie vorher beschrieben.

Nadelposition verstellen, Zick-Zack-Stich oder von Anfang an nicht hauchfein am Rand nähen.

Produkte die ich verwendet habe:

20160311-_DSC6333
Nähfuß – Einfasser – Schrägband

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MutmitStil_KurzwarenFalzgummi – silber/pink

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 Viel Spaß 😉
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