Wegen Frauen wie Ihnen…

Liebe Frau Fuhljahn,

eigentlich wollte ich ihren Artikel in der BRIGITTE ignorieren. Aber nun begegnet er mir überall. Unsere kleine selbst gebastelte Welt ist in heller Aufregung wegen Ihnen. Gratulation! Falls sie das wollten, dann haben sie alles richtig gemacht. Und verzeihen sie bitte die späte Meldung – ich musste arbeiten.
Haben sie schon Feierabend? Ich denke 90% ihrer Leser nicht…viele sind noch am arbeiten und haben mit Sicherheit danach noch Rufdienst. Anschließend werden sie in aller Herrgottsfrühe wieder gut gelaunt auf der Matte erscheinen. Genießen sie ihre freie Zeit.

Nun möchte ich ihnen aber doch Einiges mitteilen. Und dies öffentlich, denn sie hatten ja auch keine Hemmungen ihre private Meinung in einen „Artikel“ zu verpacken und diesen auf die Welt loszulassen.

Frau Fuhljahn, mit welchem Recht teilen sie uns ihre private Meinung so impertinent mit? Sie haben nichts mit Selbstgemachtem am Hut? Bitteschön! Ich finde auch so Manches blöd aber ich verurteile doch die Menschen nicht, die dies tun. Ich bitte sie um ein bisschen mehr Akzeptanz und nicht jedes (kreativ) Erbrochene ist es Wert in einem „Artikel“ zu erscheinen.

Zurück zum Titel. Wegen Frauen wie ihnen, schäme ich mich! Sie sind einer der Gründe, bzw ihr Verhalten, wieso „Feminismus“ ein Schimpfwort ist. Sie beleidigen ihre Mitmenschen auf unterstem Niveau. Sie bilden sich offensichtlich ein, mehr als Andere in ihrem Leben erreicht zu haben. Sie unterstellen den Frauen, die nähen, kochen, basteln, dass sie zurückstecken und eigentlich was ganz anderes wollen im Leben.Wie kommen sie darauf?

Pilotin werden? Wie lachhaft! DAS ist ein Klischee! Frauen sollen sich behaupten, nicht immer zurück treten, laut ihre Meinung sagen – komme was wolle. Wie abstrus denken sie eigentlich? Die Zeiten von Alice Schwarzer sind vorbei, meine Liebe! Man darf Frau sein, sich um Kinder kümmern, kochen, nähen, Bilder malen UND sich dabei verwirklichen. Ohne in der Männerwelt als minderbemittelt oder als „Frauchen“ zu gelten. Unglaublich…aber es ist wahr. Diese Urteile kommen von solchen Damen, wie ihnen. Ich kenne KEINEN Mann der Frauen so degradiert, wie Frauen.

Ihre Wortwahl in ihrem Text ist himmelschreiend schlecht. Sie basteln sich Worte wie „alpakaweich“…wo kommen wir denn dahin? Ab dieser Stelle konnte ich sie nicht mehr ernst nehmen. Wie ich meinen Orgasmus erlebe oder gar vortäusche, geht sie einen feuchten Kehricht an, so narzisstisch bin ich dann doch schonmal. Und um mal kurz alle Worte aufzugreifen: ihre Spielerei mit ADHS ist ja wohl auch nur Trittbrett-Fahrerei. Alleine mit diesen Sätzen und ihrer Art sind sie doch ihr eigenes Beispiel. Sie denken nicht über den Tellerrand hinaus und hier kommt bei mir die Frage auf: „wie kann man in dem Fall denn Autorin sein?“. UND sie schreiben für eine Zeitschrift in denen Backtipps, Häkelanleitungen und Tipps zum Abnehmen stehen. Wie lässt sich denn so etwas mit ihrem Gewissen vereinbaren? Bevor aber die ganze Wut auf sie geschleudert wird, möchte ich auch anmerken, dass ihre Redaktion Mitschuld trägt. Artikel und gerade solche Texte sollen zum Nachdenken anregen und etwas „piesacken“. Aber was sie da veranstalten ist beleidigend und unüberlegt.

Sie scheren sämtliche Frauen, die Kinder haben und etwas selber gestalten über einen Kamm. Diese Frauen arbeiten nicht? Da bleibt einem ja die Spucke weg! Bitte denken sie nächstes Mal nach, bevor sie so etwas von sich geben. Besonders die Unterstellung, dass die Kinder nur vorgeschoben werden und unterschwellig, sie werden vernachlässigt. Ich war kurz davor Ihnen einen kleinen Ausschnitt aus meinem Alltag zu geben. Aber auch das geht sie nichts an und irgendwie bilde ich mir ein, es ist unter meiner Würde. Ich muss es Ihnen nicht erklären. Wer nicht verstehen will, dem muss ich auch nicht krampfhaft helfen. Aber lassen sie sich gesagt sein: sie haben Frauen angesprochen, die sich etwas Großes aufgebaut haben. Mit SELBSTGEMACHTEM. Diese Frauen unterhalten ihre Familien damit und das mit Bravour. Ich weiß, wen sie eigentlich meinten, aber das entschuldigt nicht ihren Text.

Mehrmals bin ich jetzt meine Sätze durchgegangen und musste mich zusammenreißen. Viele Worte habe ich gelöscht und ganze Sätze verschwinden lassen, weil es zu sehr ins Negative abdriften würde. Ich denke aber sie bekommen noch genügend Antworten auf Ihren „Artikel“ und somit lasse ich es für heute gut sein.

Ich wünsche ihnen starke Nerven, mehr Verstand und gute Freundinnen, die ihnen dennoch gerne einen Kuchen backen werden.

Mit freundlichen Grüßen,

…nein, wobei das nehme ich zurück. Ich bin ihnen nicht freundlich gesinnt. Ich bin eine 2-fache Mutter, male, nähe, verkaufe, habe einen Blog (entschuldigung, „Feenstaub“ war leider schon vergeben) und ich backe liebend gerne. Ich bin wohl nicht die Person mit der sie Kontakt haben möchten. Somit werden sie leider nie in den Genuss von meinem leckeren Nougat-Muffin kommen.

Wer diese glorreichen Worte der Dame nachlesen möchte, kann dies HIER tun.

28 replies on “Wegen Frauen wie Ihnen…

  • Peggy

    Danke- eine würdevoll geschriebene Kritik, ohne persönlich zu werden! Spricht mir aus dem Herzen.

    Ich hoffe sehr, es wird gelesen!

    Und hier hinterlasse ich gern:
    liebe Grüße! 🙂

    Antworten
  • sandra Molnar

    Tolle Antwort.
    Ich habe 5 Kinder und bin gerne Mutter. Ich liebe Handarbeiten und bin stolz drauf unabhängig mein eigenes Geld zu verdienen.
    Schade das so viele das herabwürdigen.
    Und wenn ich etwas möchte, dann diy, mach ichs mir selbst.
    Ganz liebe Grüße und weiter so

    Sandra

    Antworten
  • achso aha

    Da fehlen mir die Worte. So etwas tolles, genial geschriebenes, ehrliches und auf den Punkt gebrachtes habe ich schon lange nicht mehr lesen dürfen. Nun gehe ich mit stolz geschwellter Brust und stelle etwas mit meinen eigenen Händen für meine Familie her. Vielen Dank!!!

    Antworten
  • Daisy Schmugge

    Ich hätte es nicht besser schreiben können und hätte warscheinlich viele Sätze nicht gelöscht 😉
    Würde gerne dieser Frau auch dieses Video schicken "wenn man keine Ahnung hat einfach mal….. halten" ,
    aber ich glaub sie würde es nicht verstehen.

    L.G. DaiSy

    Antworten
  • Kleinstadtkinder Schwäbisch Hall

    Antje, du hast meine Bewunderung deine Meinung brilliant in Worte gefasst zu haben und der "Kritikerin" Paroli bieten zu können. Ich persönlich bin in der – tatsächlich explosionsartig um sich greifenden – „Doityourselfbewegung“ alles andere als Insiderin. Ich als Zuschauerin bin manches Mal einfach nur hin- und hergerissen zwischen Faszination für die tollen Stoffe, Motive, Ideen, das Herzblut und die Leidenschaft der Erschafferinnen und einer unterschwelligen Übersättigung, ob der Unmengen an "Süßheiten", die allerorten kursieren. Denn, wie in allen zwischenmenschlichen Bereichen, gibt es gute und schlechte, wissende und unwissende, fähige und unfähige Interpreten und Akteure. Das Internet bietet allen die Möglichkeit ihren Stoff (ob den tatsächlichen oder den verbalen) großflächig „verkaufen“ zu können. Doch ich habe die Wahl und den Verstand zu entscheiden, was und wohin ich mich klicke. Wenn eine Kritikerin derart offensiv und politisch über Dinge urteilt, die ihrer Meinung nach elementare Fragen der Menschheit betreffen, sollte sie ihr verbales Herzblut gerne in Themen investieren, die es ihrer Meinung nach wert sind – zum Beispiel die Frage der Frauenrechte in von Krieg, Korruption, Religionsfanatismus unterworfenen Ländern, die Situation von weiblichen Flüchtlingen auf der ganzen Welt, der Frauenrolle in männerdominierten Gesellschaften wie Indien… Beispiele gibt es aktuell mehr als genug.
    Ich freue mich über jedes Häkelmützchen, das mit Liebe gemacht wurde, denn dort gibt es noch wahren Feminismus; Frauen dürfen dort Frauen sein, sind geachtet und nicht geächtet Dinge zu tun, die nicht nur ihnen, sondern auch anderen, Freude bringen; Frauen, die in der seltenen Lage auf unserem Planeten sind, sich über Fairness, Art und Beschaffenheit der Produkte, die sie kreieren Gedanken zu machen, was wahrlich wenigen vergönnt ist, da sie einfach nur froh sein müssen, wenn sie ihren Kindern irgendeinen Fetzen Stoff um den Leib schlingen können, egal woher er kommt.
    Da finde auch ich es gemein all die „selbsternannten Künstlerinnen“ zu denunzieren, ihnen ein übergroßes Ego, Langeweile, vorgeschobene Unbefriedigung oder unwissend-unreflektiertes Mitläuferei zu unterstellen. Ich bewundere all die Frauen, die die Möglichkeit, die Inspiration, Zeit und Kreativität haben ihr Potential zu nutzen die Welt etwas schöner, süsser und schnuckliger zu machen; und das mit anderen zu teilen und dazu zu stehen, dass sie nicht den Anreiz verspüren in Sphären vorzudringen, die weder besser, fortschrittlicher, wertvoller oder erstrebenswerter sind, doch in der Welt eben mehr zählen, als die Liebe, mit der sie die Welt in ihrem Rahmen ein klein wenig plüschiger gestalten. Hier kann man wenigstens weich auf handgemachte, mit Liebe gehäkelte Kissenfallen, wenn Kritiker einen Bombenhagel anfeuern. Ich bin mir sicher, dass zwischen den tausend Maschen viele Gedanken und Taten stecken, die mehr Leben und Frieden stiften, als es die meisten politisch motivierten Blogs jemals können.
    lg Kirsten

    Antworten
  • eenzschartsch

    Antje, fühl dich auch von mir in den Arm genommen. Du sprichst mir aus der Seele. Ich, zwei Kinder, selbständig in Vollzeit, nähe den kompletten Kleiderschrank der Kleinen und hab auch sonst noch "langweilige" Hobbys 🙂 und gerne bin ich so und ganz und gar nicht unterdrückt, denn ich verdiene sogar noch mehr als mein Gatte 🙂 Ich sage immer zu solchen Frauen, wie diese Autorin, sie sind sicher ungepimpert und daher unzufrieden mit ihrem Leben.

    LG Katrin

    Antworten
  • Kunz Gabriele

    Die Antwort ist perfekt, ich gratuliere, hätte es sicher nicht so ruhig geschrieben.

    Aber nun zu Ihnen Frau Fuhljahn, Sie sind für mich keine Frau, sie sind für mich ein Nichts. Sie massen sich an in einer Dreistigkeit Menschen anzugreifen, was Ihnen überhaupt nicht zusteht. Im Normalfall gehört eine Massenklage gegen Sie angesetzt, Sie sind von einem übersteigerten Selbstbewusstsein geprägt, dass es Ihnen schon Schmerzen bereiten müsste. Was bilden Sie sich eigentlich ein? Nur weil Sie ein unbefriedigtes Leben führen (denn Pilotin sind Sie nicht geworden, "nur eine armseelige Person, die gern in der Oeffentlichkeit sich Bestätigung sucht, die sie wohl sonst Nirgends findet). Nicht eine Sekunde möchte ich Ihr Leben führen. Ich bin mit Stolz Ehefrau, Mutter und mittlerweile Oma eines 1-jährigen Buben und stellen Sie sich vor, meine Familie liebt meine Handarbeiten.
    Und so ganz nebenbei, meine Familie wird sogar von mir bekocht, ich backe ihnen Kuchen und bald wieder Weihnachtsplätzchen – wie kann ich mir denn das erlauben?
    Tauschen Sie eine Woche mit mir, dann sehen Sie ein Familienleben mit sehr viel Spass untereinander, mit Höhen und Tiefen.
    Sie haben nur wenige Aufgaben, bitte täglich den Haushalt in Ordnung bringen (der Wecker klingelt um 6 Uhr, damit der Kaffee fertig ist, wenn die Männer aufstehen und zur Arbeit müssen), mit dem Hund 4 x rausgehen, das Essen sollte 17 Uhr auf dem Tisch stehen und der Kuchen sollte für den Abend fertig sein. Bitte seien Sie so freundlich und kochen Frischware, denn Dosenöffnen ist bei uns nicht angesagt.
    Wenn Sie das erledigt haben, möchte ich Sie bitten, dass Sie sich hinsetzen und zur Zeit am Tag mindestens 10 Innocentmützen stricken, denn die alten bedürftigen Menschen, die leider nicht so gut finanziell dastehen, benötigen auch in diesem Jahr wieder Geld für Heizung oder Arztkosten. Haben Sie das fertig, dann können Sie bitte noch Trostteddys stricken, denn die kranken Kinder in den Spitälern sind immer sehr erfreut über diese Aufmerksamkeit (oh oder ist es unter Ihrer Würde, dass man kranken Kindern etwas Freude schenkt?), dazu käme noch – Weihnachten steht vor der Tür und meine Patenschaft zu einer Frau in einem Behindertenwohnheim wäre noch bis nächste Woche für ihren Geburtstag mit etwas Selbstgemachtem zu erfreuen und natürlich dann auch zu Weihnachten. Dann wären noch einige Dinge als Weihnachtsgeschenke herzustellen, denn einkaufen kann jeder Mensch und Sie anscheindend besonders gut, denn für handwerkliche Arbeiten sind sie ja zu deppert. Ist dann der Abend so gegen 22 Uhr mit Kaffee und Kuchen beendet, bitte bringen Sie noch die Küche in Ordnung, meine Familie hasst Unordnung am Morgen.
    Oh sorry, ich möchte Sie bitten, dass Sie nicht nackt erscheinen, denn es gibt wohl überall in der Welt so "dumme" Näherinnen, die Ihre Kleidung herstellen. Ich hoffe stark, dass sie so etwas nicht kaufen. Hüllen Sie sich in Zeitungspapier, das würde Ihnen gut stehen.

    Und dem Verleger der Zeitschrift möchte ich mein grosses Bedauern aussprechen, dass man so armseelige Artikel wie von der Dame überhaupt veröffentlich. Tja, vielleicht verlieren Sie dadurch viele Leser und Leserinnen, denn so viel Unverschämtheiten muss man sich durch Kauf einer Zeitschrift wirklich nicht antun.

    Liebe Grüsse kann ich hier nicht senden, wo kämen wir da hin?

    Ich wünsche Ihnen jedoch weiterhin ein sehr unbefriedigtes Leben und noch ganz viel Post an Ihren Verleger, vielleicht stehen Sie sich auch bald die Beine in den Bauch im Arbeitsamt, denn so ergeht es vielen Menschen, die in ihren Augen dann sicher ebenfalls Nichts wert sind.

    By

    Antworten
  • Ute Bischel

    hallo meine liebe,

    ich kenne sie zwar nicht persönlich, ABER dieser artikel ist ja wohl 1000000000 mal besser geschrieben und mit humor und kreativität gespickt wie kein zweiter. einfach super toll geschrieben und all das hineingepackt, was ich der "autorin" des brigitte-artikels auch so gern gesagt hätte. ich bin auch eine ehemals vom rufdienst geplagte altenpflegerin, die jetzt das nähen für sich entdeckt hat und es mit grosser liebe betreibt. ich bin so stolz auf sie und diesen artikel. vielen vielen dank dafür. ihre ute bischel

    Antworten
  • karfie

    Mehr gibt es nicht zu sagen, tolle Antwort.

    Die Dame muss sich nicht wunder so harsch angegriffen zu werden. Schön wäre ein differenzierter und weniger anklagender, vielleicht auch noch gut recherchierter Artikel gewesen.
    So kommt es leider nur so rüber, als ob Frau Heide Fuhljahn in irgendeiner Weise gekränkt oder enorm frustriert wäre.

    Den Schuh muss sich leider die Zeitung, sowie auch Heide Fuhljahn anziehen.
    Ich verstehe die Reaktionen, denn wer angreift muss auch einstecken können!

    Antworten
  • Mut mit Stil

    Herzlichen Dank an alle! Es erfreut mich, dass dieser Brief und meine Art zu schreiben, doch so viel Anklang findet.

    Wollen wir hoffen dass sie es liest.

    Ich denke NICHT dass die Dame es so böwillig meinte, wie sie es schrieb. Aber das ist keine Entschuldigung. Jeder der im Netz schreibt, dem sollte bewusst sein dass andere dies lesen (oh Wunder!) und unwiderbringlich zur Schau steht. Ob in einem Blog, in einem Artikel oder nur als Kommentar in Facebook – man haftet für seine Worte. Das vergessen wohl allzuviele ganz gerne.
    Ihre Art zu schreiben, lässt mich wirklich an ihrem Beruf zweifeln (ich hoffe für sie, es war nur ein einmaliger Ausrutscher). Ansonsten sollte sie ihre Berufswahl mal intensiv überdenken.

    So talentiert einen großen Kreis als "dämlich" zu kennzeichnen ist schon eine Leistung…

    Antworten

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.